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13.05.2010 | Startseite/Modern

Die PROCAR Regenschlacht am Sachsenring

Das berühmte unbeständige Wetter am Sachsenring machte seinem Ruf am Rennsonntag alle Ehre, was sich deutlich auf den Rennverlauf der beiden ADAC PROCAR Wertungsläufe auswirkte. Tabellenführer Roland Hertner wurde seiner Favoritenrolle trotz Wetterkapriolen und einer Rückversetzung in der Startaufstellung gerecht und stand als Sieger der PROCAR Super2000 auf dem Treppchen. Benedikt Boeckels (PROCAR 1600) und Alf Ahrens (PROCAR 2000) hatten sich für den zweiten Saisonlauf viel vorgenommen und ihre Erwartung erfüllten sich im vollen Maße. Beide waren in ihrer Klasse siegreich und sind nun im Kampf um die Meisterschaft wieder voll dabei.

Das erste Rennen begann noch im Trockenen, was aber der Spannung keinen Abbruch tat. Beim fliegenden Start kam es zu einer spektakulären Massenkarambolage, bei der der Russe Rustem Teregulov nach einer Berührung quer über die Fahrbahn geschleudert wurde. Schwer beschädigt kam der Engstler BMW auf der Start-Ziel-Geraden zum erliegen. Infolge von Abbremsmanövern kollidierten die nachfolgenden Fahrzeuge und es folgte der Rennabbruch. Fast 30 Minuten dauerte die Unterbrechung, in der die beschädigten Fahrzeuge so gut es ging repariert wurden. Mittlerweile hatte es zu nieseln begonnen. Der Neustart erfolgte daraufhin als Regenrennen hinter dem Safety Car.

Division 1 (PROCAR Super2000): Hertner baut Führung aus

Auch die beiden BMW der Rookies Spengler und Leidinger hatten Schäden aus dem Massencrash davongetragen. Trotzdem behaupteten sie sich für lange Zeit gegen den nach vorne drängenden Hertner. Leidinger verspielte seine Führung bei einem Ausritt durchs Kiesbett und machte so den Weg frei für den ersten Sieg seines Teamkollegen Spengler. Dem Piesbacher selbst blieb nur der dritte Rang während Platz zwei an den Tabellenführer Hertner ging. Dieser sicherte sich im zweiten Lauf den Sieg vor Leidinger und Spengler. „Ich bin sehr zufrieden, dass ich es geschafft habe von Startplatz sieben bis aufs Siegertreppchen zu fahren“, erklärt der Heilbronner erleichtert. Rang vier ging im zweiten Rennen an den russischen Starter Oleg Petrishin im Toyota Auris, Jens Weimann kämpfte mit Elektronikproblemen an seinem Mercedes C200 und kam dadurch nicht über Platz fünf hinaus. Dem Honda Civic FD von Peter Rikli blieb die Teilnahme an den Rennen verwehrt, da der Motorschaden aus dem Freien Training in der Kürze der Zeit nicht repariert werden konnte.

Division 2 (PROCAR 1600): Boeckels wieder im Spiel
Weniger betroffen vom Chaos auf der Startgeraden im ersten Rennen waren die Piloten der kompakten 1600er Flitzer. So reihten sich alle Division 2-Fahrer mit ihren Fahrzeugen hinter dem Safety Car für den Re-Start ein. Während Lokalmatador Carsten Seifert das Rennen 1 für sich entschied, schlug Rookie Benedikt Boeckels im zweiten zurück und siegte vor dem Dresdener. „Als der Regen stärker wurde, war ich als einer der ersten sofort an der Box. Ein dickes Lob an mein Team, das mir durch den schnellen Reifenwechsel den Sieg ermöglicht hat“, berichtet der 22-Jährige glücklich. Zwei dritte Plätze sicherte sich Ralf Glatzel, der Ford Fiesta ST Markenkollege der beiden Sieger. Glatzel schiebt sich somit auch in der Fahrerwertung auf Platz 2 nach vorne. Guido Thierfelder im Peugeot 207 Sport konnte seine Tabellenführung dank zweier vierter Plätze vorerst behaupten. Platz fünf teilten sich Bente Christopher Scharf (1. Lauf) und  Ulrike Krafft (2. Lauf).

Division 3 (PROCAR 2000): Ahrens übernimmt Tabellenführung

Alf Ahrens hatte sich viel für die Rennen auf dem Sachsenring vorgenommen. Dass der Renault Clio Pilot jedoch beinahe den Gesamtsieg eingefahren hätte, damit hatte selbst er nicht gerechnet. „Im ersten Rennen konnte ich mich ganz gut aus dem Crash raushalten und nach dem Re-Start meinen ersten Saisonsieg einfahren“, berichtete er. „Im zweiten Rennen hatte ich bereits beim Start Regenreifen aufgezogen. So konnte ich allen davonfahren als der Regen stärker wurde.“ Am Ende überquerte der neue Tabellenführer die Ziellinie hinter den beiden Division 1-Piloten Hertner und Leidinger. Andreas Kast, der nun in der Meisterschaftswertung auf Platz zwei rangiert, kam nicht so glimpflich beim Startcrash davon. „Mir ist jemand heftig hinten draufgefahren, was aber nicht das Schlimmste war. Ich wurde dabei auch in ein anderes Fahrzeug geschoben und mein Kühler bekam etwas ab. Nach fünf Runden war das Kühlwasser weg und ich musste aufgeben.“ Für Matthias Kern (ebenfalls Renault Clio RS III) war das Rennen dagegen bereits nach dem Crash auf der Startgeraden beendet. Sein Clio trug unreparable Schäden davon. Zweiter im ersten Rennen wurde Matthias Kaul im Opel Astra, der jetzt in der Meisterschaft Platz vier hinter Lars Nebelin. Nebelin kam im ersten Rennen noch auf Platz 3 ins Ziel, konnte jedoch wegen Folgeschäden aus dem Startunfall nicht mehr am zweiten Lauf teilnehmen. (mb/kb)